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PROGRAMM 2026
Mit dem Flanders Art Festival erhält Flandern eine übergeordnete Plattform, die genau darauf fokussiert. Keine bloße Aneinanderreihung von Ständen oder Begegnungen, sondern ein durchdachter Dialog zwischen Wahrnehmung, Verständnis und Vernetzung. Zwei komplementäre Formate, Flanders Art Fair und ArtistMeeting, bilden gemeinsam eine Erzählung: jene einer Region, in der Kunst lebt, zirkuliert und von einem kenntnisreichen und entscheidungsstarken Sammlerpublikum getragen wird.
Dabei ist die Flanders Art Fair alles andere als eine traditionelle Kunstmesse. Als Wiedergeburt der Antiquitätenmesse von Brügge, die von 1983 bis 2002 im Belfried stattfand, nimmt sie ihre Besucher mit auf eine zeitgenössische Reise durch die Zeit.
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Beim Betreten beginnt die Reise im 16. Jahrhundert, wo beeindruckende Objekte aus verschiedenen Jahrhunderten vom Antiquitätenhändler Paul de Grande präsentiert werden.
Mit mehr als 55 Jahren Erfahrung und einem internationalen Netzwerk gelingt es Paul de Grande, historische Stücke zusammenzuführen. Mit einer besonderen Spezialisierung auf Haute Époque kombiniert er Möbel, Wandteppiche und Skulpturen auf eklektische Weise mit Werken aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Kürzlich verlegte Paul de Grande seine Antiquitätengalerie vom Schloss Snellegem in die historische Innenstadt von Brügge. |
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Seit dem Mittelalter bestehen bemerkenswerte Verbindungen zwischen Flandern und Norditalien im Bereich Kunst und Sammeln. Während wirtschaftlicher Blütezeiten sorgte das Mäzenatentum erfolgreicher Kaufleute dafür, dass sich die Flämischen Primitiven in Brügge niederließen. Diese Tradition des Sammelns und der intensiven Beobachtung des Kunstmarktes ist bis heute lebendig geblieben. Noch immer zählen diskrete Sammler aus Flandern und Norditalien zur absoluten Spitze des internationalen Kunstmarktes. Mario Scalfati von Santelmo Fine Art präsentiert eine Auswahl moderner Skulpturen und Gemälde aus den 1930er- bis 1970er-Jahren. Besonders bemerkenswert ist die Sammlung von Werken des Franco Angeli, einer der wichtigsten Figuren der Bewegung „Scuola di Piazza del Popolo“. 1963 wurden seine Werke auf der Biennale von Venedig gezeigt. Als Mitglied des Syndicat National des négociants en Art in Frankreich ist Mario Scalfati seit Jahrzehnten international tätig und bringt außergewöhnliche Skulpturen und Gemälde für ein internationales Publikum von Sammlern zusammen. Neben seiner Tätigkeit als Berater verschiedener Sammler arbeitet er von Brüssel, Paris, London und Mailand aus. |
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Im zweiten Teil der Flanders Art Fair begegnen Besucher der Familiengalerie aus Sanary-sur-Mer, die Klassiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit starker Verbindung zu Frankreich präsentiert. Sowohl Claude Venard als auch Bernard Buffet ließen sich in dieser Küstenstadt im Var nieder. Neben Hans Hartung, Pierre Soulages und Marc Chagall wird auch Jean-Michel Folon besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Jean-Michel Folon war ein belgischer Künstler, der in Monaco verstarb und einen großen Teil seines Lebens im Süden Frankreichs verbrachte. Auch außerhalb Europas fand sein Werk internationale Anerkennung, unter anderem mit dem Großen Preis für Malerei auf der 12. Biennale von São Paulo. Darüber hinaus entwarf er das Emblem zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution sowie das Logo von Amnesty International. In Belgien lebt Folons Werk durch seine Stiftung in Terhulpen sowie die ikonische Skulptur am Strand von Knokke-Heist weiter. |
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Seit Jahrzehnten bringt Piretti Art Gallery international renommierte Künstler nach Knokke-Le Zoute. Auf der Flanders Art Fair präsentiert die Galerie Werke von Xavier Le Normand, Christian Renonciat und Peter Demetz. Der Träger des Prix de l’Intelligence de la Main aus dem Jahr 2009, Xavier Le Normand, genießt internationale Anerkennung für seinen innovativen Zugang zur Glaskunst. Mit seinem Werk hat er diesem Medium eine völlig neue künstlerische Dimension verliehen. In Kürze wird ihm eine bedeutende Ausstellung in Venedig gewidmet. Peter Demetz wiederum ist für das außergewöhnliche Spiel von Tiefe und Perspektive bekannt, das seine Skulpturen auszeichnet. Seit mehr als zwanzig Jahren erfährt sein Werk internationale Wertschätzung – mit Ausstellungen von Bologna bis Miami sowie Präsentationen in zahlreichen Museen in Fernost, Deutschland und Italien. |
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Seit fast zwanzig Jahren können Besucher die All-In Gallery in Utrecht entdecken, eine Galerie in einem Haus, in dem tatsächlich alles zum Verkauf steht. Das Konzept entstand aus einem Kindheitstraum, wie es bei leidenschaftlichen Galeristen häufig der Fall ist. Die Interaktion zwischen Kunstwerk und Umgebung spielt hier eine zentrale Rolle. Kunst existiert nicht losgelöst vom Interieur, sondern tritt aktiv mit ihm in Dialog. Auch die Themen Zeit und Entwicklung stehen im Mittelpunkt. Maria Dellaert interpretiert die Bildsprache der Alten Meister auf ihre eigene Weise neu. Ebenso bemerkenswert sind die Skulpturen von Diederik Storms. Vergänglichkeit und die Zerbrechlichkeit der Natur bilden dabei einen zentralen roten Faden. Die All-In Gallery konzentriert sich bewusst auf aufstrebende Talente, die mit außergewöhnlichen Materialien und Techniken experimentieren. Besucher sollten sich daher unbedingt Zeit nehmen, die Werke von Diederik Storms zu entdecken. Bereits vor etwa fünfzehn Jahren wurden seine Arbeiten auf der Lineart in Gent gezeigt. Heute entdeckt man dort sein jüngstes Œuvre, in dem klassische Bildhauertechniken mit modernen Materialien und einem raffinierten Spiel des Lichts verschmelzen. |
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Während des Besuchs entdeckt man außerdem die Verbindungen zum Fernen Osten. Brügge ist bei Japanern unglaublich beliebt, aber auch in den Bereichen Kunst und Handwerkskunst gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen Flandern und Japan. Holzskulpturen stehen im Mittelpunkt dieser Präsentation japanischer Kokeshi, präsentiert von einem belgischen Spezialisten.
Die Tradition der Kokeshi entstand vor mehr als 150 Jahren im Nordosten Japans. Was einst als einfache Holzpuppen ohne Arme und Beine für Kinder begann, entwickelte sich später zu begehrten Sammlerobjekten. Noch heute bleiben Kokeshi eine wichtige Inspirationsquelle innerhalb der zeitgenössischen Bildkultur. Sie beeinflussten unter anderem Entwürfe aus der Welt von Nintendo sowie bestimmte Figuren aus PlayStation-Spielen. So lassen sich neue Generationen, wenn auch auf digitalem Weg, weiterhin von Kunstobjekten inspirieren, deren Geschichte beinahe zwei Jahrhunderte zurückreicht. |


